Ich sammelte  schon lange zum Thema „Respekt, Moderation und Timeboxing“ für einen Vortrag, den ich freundlicherweise in Frankfurt im Rahmen des Entwicklertages am 16.02.2017 halten durfte. Die Slides gibt es hier auf der Seite des Entwicklertags. Leider machen diese Stichwort-Slides ohne die Tonspur nur wenig Sinn!

Ein grosses Dankeschön geht an dieser Stelle an die wirklich tolle und umfassende Orga! Ich hatte sehr viele Fragen, kleine Problemchen und um alle wurde sich sehr umfassend, hilfsbereit und aufmerksam gekümmert. Sogar als 20 Minuten vor meinem Vortrag der passende Displayadapter noch im Auto lag und 3 Minuten vor dem Vortrag der Beamer nicht wollte, waren alle sehr nett und hilfsbereit und am Ende hat alles funktioniert. Großes Dankeschön an die Kollegen aus dem Organisationsteam.

Als letztes möchte ich noch den Teilnehmern „Danke“ sagen. Diese Präsentation war in vielerlei Hinsicht ein „erstes Mal“ für mich und Eure tollen, spannenden Fragen und auch das tolle Feedback hat mich motiviert weiter zu machen. Falls Ihr noch weitergehende Fragen oder Diskussionsbedarf habt, kommt auf mich zu! Gerne komme ich auch zu Euch in Euer Unternehmen und mache einen Workshop zum Thema Timeboxing mit Euch und Euren Teams.

 

Damit das Ganze auch für Euch noch ein wenig Wert bekommt: Wir (meine Kollegen von Emendare und ich) kommen sehr gerne zu Euch in die ScrumUserGroup mit unseren Vortragsthemen oder helfen Euch beim Austausch zum Aufbau einer neuen ScrumUserGroup. Gerade begleiten wir Stuttgart und Freiburg beim Neustart und unser Heimspiel Karlsruhe (Nächster Termin ist ein Buchstrudel)geht auch immer weiter. Wenn wir Euch also mit Themenabenden zu „Nachhaltigen Retrospektiven“, „Respektvolles Timeboxing“, „Design Thinking“, „Agile Basics“ oder „Feedback – Iteration in persönlicher Interaktion“ besuchen dürfen, kommt bitte auf uns zu. Wenn Kalender und Anreise das ermöglichen, sind wir dabei!

 

 

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Armin Schubert

Agiler Coach

Nach einigen Jahren in verschiedenen Führungspositionen habe ich 2012 Scrum kennengelernt und arbeite seit dieser Zeit als ScrumMaster und Agile Coach. Seit 2013 bin ich Geschäftsführer der Emendare GmbH&Co. KG und helfe Teams, Produkten und Unternehmen beim Einsatz von agilen Werten und Methoden. Insbesondere auf der Beziehungsebene des Teams sehe ich das größte Potential um positive Kräfte zu entfesseln.

armin.schubert@emendare.de

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Ich hatte am 16.01.2017 die Chance mein Thema „Respekt&Timeboxing in der Moderation“ im Rahmen des Agile Montags Mannheim vorzustellen.

Danke an dieser Stelle für die tollen Fragen und das viele positive Feedback von den Teilnehmern. Hier gibts wie versprochen auch das Fotoprotokoll.

Sollte ich irgendetwas vergessen haben, bitte einfach nachfragen, ich werde das dann umgehend ergänzen.

 

Fotoprotokoll.pptx

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Armin Schubert

Agiler Coach

Nach einigen Jahren in verschiedenen Führungspositionen habe ich 2012 Scrum kennengelernt und arbeite seit dieser Zeit als ScrumMaster und Agile Coach. Seit 2013 bin ich Geschäftsführer der Emendare GmbH&Co. KG und helfe Teams, Produkten und Unternehmen beim Einsatz von agilen Werten und Methoden. Insbesondere auf der Beziehungsebene des Teams sehe ich das größte Potential um positive Kräfte zu entfesseln.

armin.schubert@emendare.de

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2 Tage PM Camp liegen hinter uns, 2 Tage intensiver Austausch rund um das Thema Projekt Management in Form einer Unkonferenz mit Open Space und als Veranstalter natürlich noch einige Tage Vorbereitung und Organisation zusammen mit dem Orgateam.

openspace

 

Die Themen: vielfältig!

Der sehr persönliche und oftmals lyrische Reisebericht von Rolf über seine Seereise und was wir daraus über Projekt Management lernen können.

impulse

 

Und natürlich viele weitere Themen. Nicht als gesetztes, vorgegebenes Konferenzprogramm, sondern gemeinsam erarbeitet. Die Fragen und Interessen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Fokus. sessionplan

 

Unkonferenzen für Ihre Firma?

Besonders gefreut hat mich das Feedback am Samstag. Worte wie „positive Kräfte“ und „Mut“ fielen. Die „offene“ Atmosphäre wurde gelobt und der „vertrauensvolle Umgang“ miteinander. Wir hätten einen „tollen Rahmen“ geschaffen.

Unser Low Tec Network von Facebook-Verweigerer Kai liefert diese Aussage schwarz auf weiss oder besser: rot auf blau. Die roten Linien zeigen die Verbindungen zwischen Menschen, die erst während des Camps entstanden sind.lowtecnetwork

Ein beeindruckender, sichtbarer Beweis der Kraft von Unkonferenzen. Sie verbinden Menschen und deren Wissen miteinander. Die Grundlage für erfolgreiche, agile, innovative Organisationen und Unternehmungen. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dass hierarchische Strukturen diese dringend notwendigen Verbindungen unterbrochen haben. Interne Unkonferenzen sind ein Schlüssel, diese Verbindungen wieder herzustellen. Wir unterstützen Sie gerne bei der Planung und Durchführung.

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Heiko Stapf

Agiler Coach, Entrepreneur, Innovations- & Produktmanager

Ich unterstütze Unternehmen bei der Entwicklung digitaler Produktstrategien und der Einführung und Umsetzung agiler Entwicklungsmethoden.

heiko.stapf@emendare.de

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Wille vor Wohl!?

Gestern Abend haben ich in der ScrumUserGroup Karlsruhe über das Thema „Wille vor Wohl!?“ gesprochen. Inspiriert ist das Thema aus der Arbeit meiner Frau beim Hospizdienst Karlsruhe. Dies ist einer der Grundsätze bei der Begleitung von Menschen. Der Begleiter geht stets zwei Schritte hinter dem Begeleiteten – der begleitete führt. Es ist sein Weg, seine Richtung und sein Tempo. Sein Wille ist relevanter als sein Wohlergehen.

Mich hat diese Haltung an die Grundhaltung eines ScrumMasters seinem Team gegenüber erinnert. Und natürlich auch an Beratungssituationen in denen ich als Certfied Enterprise Coach mit Geschäftsführern oder Managern bin. Der Geschäftsführer hat Gründe warum er einen Weg gehen will. Ich kenne nur einen ganz kleinen Ausschnitt seines Lebens und berate ihn nur zeitweise. Wenn er meine Argumente gehört hat und sich für einen Weg entscheidet den ich für schwierig halte kann ich mich nicht über seinen Willen hinwegsetzen.

Beratungssituationen reflektieren

In der ScrumUserGroup haben wir ein einfach strukuriertes A4 Papier Wille vor Wohl - Reflexionsbogen benutzt, um drei Fallstudien Fallstudie 1 Fallstudie 2 Fallstudie 3 zu machen und die Beratungssituation zu reflektieren. Dabei sind wir auf eine Menge Annahmen gestoßen, die wir innerhalb von Minuten gemacht haben ohne sie zu verifizieren. Das Blatt enthält so elementare Informationen wie

  • Klient – wen bearte ich eigentlich?
  • Auftraggeber – wer hat mich beauftragt?
  • Auftrag – was ist mein Auftrag?
  • Symbole für Augenhöhe – bin ich mit dem Klienten auf Augenhöhe? Oder schaut einer zum anderen herauf?
  • Haltung – mit den Unterpunkten: Wirkung, Emapthie, Bedingungsfreies Akzeptieren und Authentizität
  • Gedanken – welche Gedanken habe ich bei der Reflexion der Beratungssituation?

Überraschenderweise fiel es uns nicht an allen Stellen ganz leicht das auszufüllen. Dabei sollte das für den Berater doch glasklar sein, oder? Wir hatten spannende Gespräche dazu. Das Feedback am Ende des Abends war sehr positiv – offensichtlich kann so eine einfach Visualisierung helfen mehr Klarheit in den beratungsprozess zu bekommen. Ein Gedanke, den wir da auch hatten war: Man könnte das Blatt auch gemeinsam mit dem Klienten ausfüllen, um gemeinsam zu reflektieren. Ich freue mich auf Feedback zu diesem Thema!

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Dr. Jürgen Hoffmann

Agiler Coach

Als Certified Enterprise Coach und Certified Scrum Trainer stelle ich meine Erfahrung gerne in Ihren Dienst. Mehr als 13 Jahre Erfahrung mit agilen Methoden und ein stabiles Wertefundament für Ihren Erfolg!

juergen.hoffmann@emendare.de

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Anfang Februar bekam ich per E-Mail eine Anfrage, ob ich nicht etwas zum Agile Day einer großen deutschen Versicherung beitragen möchte. Vor allem zum Thema Lean Startup wurde noch ein Sprecher gesucht. Als regelmäßiger Besucher des LeanCamp Stuttgart, und zuletzt auch Teil des durchführenden Teams, konnte ich dazu einfach nicht Nein sagen.

Da ich nur eine Woche Vorlauf hatte, stellte sich die Erstellung des Vortrags relativ kurzfristig dar, aber ich wusste ja was ich rüberbringen wollte. Wichtig war mir ein Verständnis dafür zu schaffen, dass die Vorgehensweisen aus Lean Startup auch für große Konzerne Sinn machen und auch warum. Dabei stützte ich mich auf die Theorie, dass der Markt, den wir bedienen wollen, ein komplexes, adaptives System ist und somit emergentes Verhalten aufweist. Einfacher gesagt wollte ich theoretisch untermalen, warum wir so schlecht vorausplanen können, ob unsere coole Idee am Markt auch angenommen wird, und dass das zur Folge hat, dass wir uns an eine gute Lösung durch Überprüfung unserer Annahmen „herantesten“ müssen.

Daniel beim Lean Startup Vortrag
Einführung in das Cynefin Modell

Der restliche Vortrag war im Prinzip eine kurze Übersicht über Lean Startup und eine Erklärung der damit Verbundenen Konzepte und Begrifflichkeiten. Zum Abschluss habe ich noch einige meiner persönlichen Lieblingstools vorgestellt, angefangen mit dem Business Model Canvas von Alex Osterwalder oder alternativ dem Product Vision Board von Roman Pichler. Mit einer Vision auf Basis eines dieser Tools benutze ich dann gerne Proto-Personas um das Kundensegment genauer zu beschreiben, wofür Roman Pichler auch ein schönes Template zum Download anbietet. Die Personas entwickle ich gerne mit Empathy Maps, die unter anderem im Buch „Game Storming“ erklärt werden. Dann durften natürlich User Story Maps, wie von Jeff Patton beschrieben, nicht fehlen. Hier habe ich auch erklärt wie man diese benutzen kann, um besonders kritische Annahmen im Produkt zu identifizieren, und daraus abgeleitet passende MVPs planen kann. Am Ende habe ich noch die Methode Crazy 8 gezeigt, die zur Generierung von Ideen für UI-Sketches dient, und dies als Aufhänger genutzt für einen Erfahrungsbericht zu Google Design Sprints, die sich ja stark an Lean Startup und Design Thinking orientieren. Bei der abschließenden Frage, wer noch denke, dass für die neuen Produkte und Dienstleistungen der genannten Versicherung nicht die selben Gesetze wie für ein Startup gelten würden, ging am Ende dann keine einzige Hand mehr hoch. Ich bot daraufhin an im Rahmen des Open Space noch eine Session zu moderieren, in der wir einige der Tools beispielhaft ausprobieren. Die Folien zu meinem Vortrag können hier heruntergeladen werden: Meine Folien.

Daniel beim Lean Startup Vortrag
In der Fragerunde am Ende des Vortrags

Die Open Space Session taufte ich „Wir bauen eine App in 45 Minuten!“. Als tatsächlich einige Interessenten zu der Session erschienen, fragte ich eine Idee für eine App ab, worauf eine Teilnehmerin die Idee hatte eine „Aufweck-App“ zu designen für Leute, die in der Bahn die Haltestelle verschlafen. Wir begannen diese Idee mit Hilfe des Product Vision Boards näher zu beleuchten, und trafen dabei unter anderem die Entscheidung, dass die App nach dem Freemium Modell vertrieben werden sollte. In der Diskussion mit der Gruppe fanden wir schnell mehrere speziellere Kundensegmente, die sich unter dem Überbegriff „müde Bahnfahrer“ zusammenfassen lassen.

Tools aus dem Lean Startup Vortrag im Test
Product Vision Board für die „Aufweck-App“

Wir entschieden uns dann gegen die Entwicklung von Personas und starteten direkt mir einer kleinen User Story Map, bei deren Erstellung in einem brainstormingartigen Verfahren sehr viele neue Ideen und Optionen herauskamen. Am Ende sah die Story Map mehr wie eine Map für eine Reiseplanungs-App aus, was der Gruppe klarmachte, dass man als Product Owner auch bereit sein muss Dinge weg zu lassen, oder ursprüngliche Visionen umzuwerfen, wenn man ein geradliniges und klares Produkt entwickeln möchte. Die Story Map beließen wir aus Zeitgründen in einem gröberen Zustand, da wir noch ein Story Board mit groben Wireframes entwickeln wollten, das sich am Backbone der Story Map orientiert.

Tools aus dem Lean Startup Vortrag im Test
Grobe User Story Map für die „Aufweck-App“

Dazu probierten wir noch schnell die Methode Crazy 8 aus, bei deren Anwendung wiederum viele bisher weder in der Vision, noch in der Story Map berücksichtige Ideen ans Tageslicht kamen. Am Ende mussten wir an dieser Stelle abbrechen, da die 45 Minuten, die wir als Timebox für die Session hatten um waren.

Tools aus dem Lean Startup Vortrag im Test
Ergebnisse nach 5 Minuten Crazy 8

Die Session reichte dennoch um den Teilnehmern die Tools aus dem Vortrag näher zu bringen, und zu verdeutlichen was passiert, wenn man keine klaren Entscheidungen trifft und wie schnell man mit leichtgewichtigen Tools und einem guten Team in dem jeder motiviert mitarbeitet komplette Konzepte erarbeiten kann. Beim nächsten Mal wünsche ich mir etwas mehr Zeit, sodass wir am Ende mit Hilfe einer Anwendung wie PopApp die Papierprototypen noch schnell zu einem Klickdummy verarbeiten können, und die Gruppe als Teil der Session ihre App Idee noch einem Hallway-Test unterziehen kann. Das würde sicher auch bei den Teilnehmern noch mehr Eindruck schinden. So haben wir das dann auch als „nächste Schritte“ im Debriefing der Session festgehalten.

Tools aus dem Lean Startup Vortrag im Test
Nächste Schritte zum fertigen Prototyp

Nach einigen Gesprächen und viel gutem Feedback fuhr ich dann am Ende des Tages wieder nachhause nach Stuttgart. Auch für mich war es ein spannender Tag und ich würde es auf jeden Fall wieder machen. Falls also jemand mal wieder einen Sprecher oder Workshop-Facilitator sucht, ich kenne da jemanden… 🙂

Nachtrag: Hier gibt es jetzt ein Glossar zum Artikel zum herunterladen.

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Daniel Hommel

Agiler Coach

Seit meinem achten Lebensjahr ist Softwareentwicklung mein Steckenpferd. Ab 2005 begann ich die Praktiken des Extreme Programming (XP) immer ernsthafter anzuwenden und fing an, mich mit Software Craftmanship und Clean Code zu befassen. Nach über 10 Jahren als Entwickler wurde ich 2011 in die Rolle des ScrumMasters gerufen. Heute brenne ich als Agile Coach vor allem dafür, Veränderungsprozesse zu begleiten, um die versteckten Potenziale in Ihrem Unternehmen zu heben.

daniel.hommel@emendare.de

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Ich hatte meinen ersten Kontakt zum Buchstrudel, oder Swashbooking wie er im englischen Original heisst, im Rahmen meiner Berufsbegleitenden ScrumMaster Ausbildung.

Die Methode begeisterte mich derart, dass ich seit dieser Zeit immer Mal wieder Scrum User Group Treffen organisiere, um Bücher zu strudeln!

Was ist denn ein Buchstrudel?

Erfunden wurde die Methode von James Marcus Bach um mit seinem Bruder eine Art Wettbewerb zu starten, wer in einer vorgegebenen Timebox die meisten Informationen aus einem Buch ziehen kann.

Nachdem der Name „Swashbooking“ doch sehr sperrig ist, habe ich die Methode einfach mal Buchstrudel genannt.

Die Methode hat drei Hauptziele:

  1. Bücher schnell erfassen und eine Meinung bilden
  2. Networking und Spass
  3. Eigene Moderations- und Ergebnisssicherungsskills üben

Im Buchstrudel lesen also viele Leute in ihnen unbekannten Büchern und teilen danach Ihre Eindrücke.

Was wird für einen Buchstrudel benötigt?

Für einen Buchstrudel wird folgendes benötigt:

  • ca. 1h Zeit pro Buchstrudel, nach 2 Buchstrudeln ist erfahrungsgemäß die Luft ein wenig raus
  • Jeder Teilnehmer bringt ein oder zwei Bücher mit, die er und die anderen Teilnehmer noch nicht gelesen haben.
  • Schreibutensilien für jeden Teilnehmer, damit sich jeder Teilnehmer Notizen machen kann
  • einen Timer zum Absichern der Timeboxen
  • Eine Flipchart und Stifte zu nachfolgenden Ergebnissicherung
  • (Knabberzeug und Getränke haben sich als hilfreich erwiesen!)

Wie geht das genau?

Eine Gruppe von Menschen trifft sich und jeder hat ein Buch dabei, dass er selbst noch nicht gelesen hat. Idealerweise sind alle Bücher allen Teilnehmern unbekannt. Ideale Gruppengröße liegt zwischen vier und acht Teilnehmern, bei mehr als acht Teilnehmern würde ich die Gruppe teilen.

Die Bücher werden auf dem Tisch ausgebreitet und jeder nimmt sich eines. Der Moderator startet den Timer und jeder Teilnehmer liest in dem gewählten Buch für 10 Minuten. Der eine beginnt mit dem Inhaltsverzeichnis, einer scant den Klappentext, einer sucht sich Bilder oder Zitate usw. Alle Teilnehmer machen sich Notizen über Ihre Eindrücke und beantworten für sie die Frage, in welche Kategorie das Buch fällt:

Must have – ein Nachschlagewerk, das ich nach dem ersten Lesen auch weiterhin in meinem Regal haben muss, um immer mal wieder Inspiration und Wissen daraus zu ziehen.

Must read – ein Buch, das sich sicher zu Lesen lohnt, dann aber nicht mehr weiter wichtig ist.

Don´t read – ein Buch, das sich zu Lesen nicht lohnt.

Nach zehn Minuten mit dem ersten Buch klingelt der Timer und die Bücher werden an den Nachbarn weitergegeben. Jetzt hat jeder ein anderes Buch, das vorher schon mal jemand für 10 Minuten bearbeitet hat. Wieder lesen die Teilnehmer in dem Buch, machen sich Notizen und sammeln Ihre Eindrücke.

Dies wiederholt man jetzt so oft, bis jeder Teilnehmer jedes Buch hatte. Dies kann bei grossen Gruppen echt zeitaufwändig werden, weswegen wir bei unseren letzten Buchstrudelabenden so verblieben sind, dass wir nach 3 Leseblöcken bereits ausgewertet haben.

Die Auswertung ist nichts anderes als die Sammlung aller Eindrücke durch einen Freiwilligen am Flipchart. D.h. jeder trägt seine Eindrücke zum jeweiligen Buch vor, während diese auf dem Flipchart gesammelt werden. So entsteht zu jedem Buch eine Seite mit dem Eindrücken der Teilnehmer. Natürlich ist auch die Einschätzung der drei Buchkategorien (Must Have, Must Read, Don´t read) zentrale Bestandteil der Auswertung, so dass zu jedem Buch ein klares, prägnantes Meinungsbild vorliegt. Jeder Teilnehmer kann also sehen, wie das jeweilige Buch bewertet wurde, und kann eine ungefähre Vorstellung vom Inhalt des Buches mitnehmen. Hier ist Raum für Austausch, weitere Buchempfehlungen und natürlich für die Diskussion der persönlichen Eindrücke.

Sollten jetzt noch Energie und Bücher für eine zweite Runde vorhanden sein … Viel Spass!

Ich selbst bin immer wieder begeistert, wie viel man über ein Buch in so kurzer Zeit erfahren kann und wie viel Begeisterung und Energie diese Methode in der Gruppe weckt. Es macht echt Spass, sich mit ein (Un-)Bekannten ein paar Bücher anzuschauen und dabei sowohl den Mensch als auch das Buch etwas näher kennenzulernen.

Tipps und Erfahrungen:

  • Wir haben unseren Abenden immer ein Thema gegeben, um einen groben Rahmen vorzugeben. So dass ich z.B. ein Buchstrudel zum Thema Scrum und Agile Methoden eingeladen habe. Da soll sicherstellen, dass die Bücher auch für den Teilnehmerkreis interessant sind.
  • Wenn jeder Teilnehmer auch an der Ergebnissicherung am Plipchart mitarbeitet, ist die „Last“ gleich verteilt und jeder kann sich in Moderation und Ergebissicherung üben.
  • Schon zwei Buchstrudel an einem Abend sind echt anstrengend. Macht ausgedehnte Pausen und nutzt den Abend auch zum Kennenlernen der Teilnehmer.
  • Je unterschiedlicher der Hintergrund der Teilnehmer, je spannender das Ergebnis.
  • Schon ab einer Gruppengröße von 4 Teilnehmern macht das richtig Spass!
  • Ein Buchstrudel in einem Entwicklungsteam fördert nicht nur den Austausch zu fachlichen Themen sondern auch das Teambuilding.

 

Es bereitet mir grosse Freude von anderen Buchstrudeln zu hören. Bitte probiert die Methode aus, passt sie auf Eure Bedürfnisse an und lasst mich an Euren Erkenntnissen teilhaben.

Danke

armin

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Armin Schubert

Agiler Coach

Nach einigen Jahren in verschiedenen Führungspositionen habe ich 2012 Scrum kennengelernt und arbeite seit dieser Zeit als ScrumMaster und Agile Coach. Seit 2013 bin ich Geschäftsführer der Emendare GmbH&Co. KG und helfe Teams, Produkten und Unternehmen beim Einsatz von agilen Werten und Methoden. Insbesondere auf der Beziehungsebene des Teams sehe ich das größte Potential um positive Kräfte zu entfesseln.

armin.schubert@emendare.de

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In unserem ersten Beitrag zur dialogischen Führung haben wir das agile Manifest um die Elemente einer dialogischen Führungskultur erweitert.

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Wozu?

Wir sind der Überzeugung, dass eine Kultur der dialogischen Führung eine wichtige Grundlage für eine agile Organisation ist. Wir haben das Manifest um einige Fragen erweitert, die dies verdeutlichen sollen:
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Der Wille zur Gestaltung mehr als die Frage nach Berechtigung und Verpflichtung

Welche Frage wird in Ihrer Organisation häufiger gestellt:
Was will ich? Was kann ich? oder Was darf ich?

Das Verfolgen einer Aufgabe mehr als das Befolgen von Regeln

Was steht in Ihrer Organisation im Vordergrund?
Die Aufgabe und das Ergebnis? Oder eingeführte Prozesse einzuhalten?

Das Ergreifen von Initiative mehr als das Einfordern/Vorgeben/Kontrollieren von Arbeitsanweisungen?

Wie agieren die Mitarbeiter?
Ergreifen sie von sich aus die Initiative? Oder warten sie auf Vorgaben?

Das Beschreiben von Prozessen und Strukturen mehr als das Vorschreiben von Prozessen und Strukturen

Werden in ihrer Organisation Prozesse und Strukturen beschrieben (nachdem sie im Dialog entstanden sind) oder werden sie vorgeschrieben?
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Beantwortet man diese Fragen – z.B. in Form einer Art von Fragebogen – gewinnt man ein interessantes Bild über Bereitschaft einer Organisation zu einer agilen Kultur.
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Fragen zur Dialogischen Führung
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Version 0.1

Dieses Manifest ist eine Version 0.1 und die Einladung zur Kommunikation über eine Kultur, die Innovationen fördert, Unternehmen effektiv macht und auf die Zukunft ausrichtet. Treten Sie mit uns in Kontakt (per Kommentar, eMail, auf Konferenzen, …)

Insbesondere interessiert uns Ihre Meinung zu den einzelnen Elementen des Manifest. Haben diese Elemente eine Relevanz in Ihrer Organisation? Haben Sie alternative Formulierungen?

Quelle

Die Kultur der Dialogischen Führung wurde am Friedrich von Hardenberg Institut für Kulturwissenschaften in Heidelberg von Dr. Karl-Martin Dietz und Dr. Thomas Kracht entwickelt.

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Heiko Stapf

Agiler Coach, Entrepreneur, Innovations- & Produktmanager

Ich unterstütze Unternehmen bei der Entwicklung digitaler Produktstrategien und der Einführung und Umsetzung agiler Entwicklungsmethoden.

heiko.stapf@emendare.de

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Bei unserer Arbeit sind wir auf die „Dialogische Führung“ als Führungskultur aufmerksam geworden. Aus unserer Sicht eine perfekte Ergänzung zum agilen Manifest.

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Das Manifest der dialogischen Führung Version 0.1

Wir erschließen bessere Wege, dass Mitarbeiter aus eigener Einsicht und Verantwortung handeln. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte schätzen gelernt:


Der Wille zur Gestaltung mehr als die Frage nach Berechtigung und Verpflichtung

Das Verfolgen einer Aufgabe mehr als das Befolgen von Regeln

Das Ergreifen von Initiative mehr als das Einfordern/Vorgeben/Kontrollieren von Arbeitsanweisungen

Das Beschreiben von Prozessen und Strukturen mehr als das Vorschreiben von Prozessen und Strukturen

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden,
schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.
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Version 0.1

Dieses Manifest ist eine Version 0.1 und die Einladung zur Kommunikation über eine Kultur, die Innovationen fördert, Unternehmen effektiv macht und auf die Zukunft ausrichtet. Treten Sie mit uns in Kontakt (per Kommentar, eMail, auf Konferenzen, …)

Quelle

Die Kultur der Dialogischen Führung wurde am Friedrich von Hardenberg Institut für Kulturwissenschaften in Heidelberg von Dr. Karl-Martin Dietz und Dr. Thomas Kracht entwickelt.

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Heiko Stapf

Agiler Coach, Entrepreneur, Innovations- & Produktmanager

Ich unterstütze Unternehmen bei der Entwicklung digitaler Produktstrategien und der Einführung und Umsetzung agiler Entwicklungsmethoden.

heiko.stapf@emendare.de

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