In der Vorbereitung zum nächsten Event der ScrumUserGroup Karlsruhe habe ich mit Dr. Oliver ein paar Fragen ausgetauscht, um eine bessere Idee seines kommenden Vortrags zu erhalten. Nachdem schon der letzte Vortrag wirklich etwas Besonderes war, gibt es hier meine Fragen und seine Antworten.

(Erstens sind wir beide agil unterwegs, zweitens kennen wir uns schon seit der Schulzeit deshalb „Du-ze“ ich Oliver… )

 

Hallo Oliver, danke dass Du uns ein zweites Mal in der Scrum User Group Karlsruhe an Deinem Erfahrungsschatz teilhaben lässt. Um was geht es dieses Mal?

 

Oliver: Es geht um Handlungsmuster, Kommunikation und Einsatztaktik aus meiner Tätigkeit als Notarzt, wie diese Dinge auf agile Teams übertragen werden können und diesen in Ihrem Alltag behilflich sein können. Es geht um kontrollierte Dialoge, warum eine Rettungskette kein Wasserfall ist und wie in kritischen Situationen wieder etwas mehr Fokus erzeugt werden kann. Meine Arbeit als Notarzt hat sich in den letzten 15 Jahren meiner Tätigkeit als Scrummaster sehr verändert und viele Dinge haben Einzug gefunden in meine Tätigkeit als Notarzt, so endet jeder meiner Einsätze (Sprints) in einer Retrospektive mit dem ganzen Team. Es wird nun Zeit, die Brücke auch in die andere Richtung zu beschreiten.

 

Wir hatten letztes Jahr Deinen spannenden Vortrag „Agile Methoden im Katastropheneinsatz“ und Du hast damit „den Saal gefüllt“. Wird das dieses Mal ähnlich spannend oder ist das „alter Wein in neuen Schläuchen“?

 

Oliver: Danke. Ja, es hat mir sehr viel Freude gemacht im letzten Jahr. Der Vortrag ist vollständig neu konzipiert und es wird kein alter Wein in neuen Schläuchen sein. Es wurde nichts aus dem alten Vortrag wiederverwendet. Meine Einsätze mit der WHO unterscheiden sich grundlegend von meiner Tätigkeit als Notarzt. Es wird kein Einsatzbericht und auch keine Fallstudie sein. Der Vortrag zieht parallelen aus der Einsatztaktik von Rettungsteams, welche in immer anderen Konstellationen zusammenarbeiten und sich auf den anderen verlassen können. Wie das gelingen kann ist auch Teil meines Vortrages.

 

Bei Deinem letzten Vortrag waren auffallend viele Leute bei Deinem Vortrag, die nicht zu den „normalen Besuchern“ der Scrum User Group gehören. Sehr viele Menschen waren daran interessiert etwas über Deine Arbeit in der Katastrophenhilfe zu lernen. Ist der kommende Vortrag auch wieder für das „breitere Publikum“ interessant?

 

Oliver: Im letzten Vortrag haben manche Besucher auch Ihre PartnerInnen mitgebracht und bestimmt war das Erdbeben in Nepal auch ein Grund für die hohe Besucherzahl. Wer sich für die Medizin interessiert, die Vitalfunktionen Atmung, Bewusstsein und Kreislauf, die Zusammenarbeit von Teams in Extremsituationen und situative Führung, der wird auf seine Kosten kommen und muss nicht erst eine Scrummaster Zertifizierung vorweisen.

 

Wie lange wird Dein Vortrag ungefähr dauern und auf welche Highlights dürfen wir uns freuen?

 

Oliver: Die „Golden Hour of Schock“ wird mit 60 Minuten angenommen, nach welcher der positive Outcome eines Patienten nach einem Trauma deutlich reduziert sei. Daran würde ich mich orientieren und den Teilnehmenden noch die Möglichkeit einer posttraumatischen Intervention in Form von Fragen und Diskussionen zu ermöglichen.

 

Gibt es irgend etwas, das die Teilnehmer vorbereiten oder mitbringen können, damit der Abend auch für Dich ein Erfolg wird?

 

Oliver: Die Teilnehmenden sollten sich guter Gesundheit erfreuen und wenn das nicht möglich ist, dann habe ich natürlich meinen Rezeptblock und das Lesegerät für’s Kärtsche dabei.

 

Ich danke Dir für Deine Zeit und freue mich riesig auf den 10.01.2018!

Oliver: Ich freu‘ mir jetzt schon einen Ast in Vorfreude auf den Abend. Danke!

 

dm-drogerie markt / FILIADATA GmbH hat sich bereit erklärt den grossen Vortragssaal für uns bereitzustellen. D.h. wir werden nicht nur einen tollen Vortrag erleben dürfen sondern auch Austausch mit den Kollegen von Filiadata wird möglich sein. Sicherlich ist dieser Abend nicht nur interessant für Leute aus der Scrum-Ecke sondern auch für viele andere Menschen die sich für die Arbeit in Teams interessieren.

Das Event findet am 10.01.2018 in der Carl-Metz-Strasse 17 in 76184 Karlsruhe im Hause dm-drogerie markt / FILIADATA GmbH statt. Beginn ist 19:30 Uhr.

Bitte meldet Eure Teilnahme über dieses Event auf Xing an. Dank unserem Sponsor ist das Event kostenlos für die Teilnehmer.

Bitte hier anmelden!

Wenn wir Euch in Zukunft über solche Events informieren dürfen, dürft Ihr unseren monatlich erscheinenden Impulsletter abonnieren:

http://impulsletter.emendare.de

(Bildrechte Beitragsbild liegen bei Dr. Emmler, istockphoto)

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Armin Schubert

Agiler Coach

Nach einigen Jahren in verschiedenen Führungspositionen habe ich 2012 Scrum kennengelernt und arbeite seit dieser Zeit als ScrumMaster und Agile Coach. Seit 2013 bin ich Geschäftsführer der Emendare GmbH&Co. KG und helfe Teams, Produkten und Unternehmen beim Einsatz von agilen Werten und Methoden. Insbesondere auf der Beziehungsebene des Teams sehe ich das größte Potential um positive Kräfte zu entfesseln.

armin.schubert@emendare.de

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Die Scrum User Group Karlsruhe trifft sich am 05.04.2017 um 19:00 Uhr in den Räumlichkeiten der 1&1 Internet AG, Brauerstraße 48, 76135 Karlsruhe.

Thema des Abends: Buchstrudel „Agile Methoden“

Die Methodenbeschreibung gibts hier: Buchstrudel – Methodenbeschreibung
Kurzfassung: Wir treffen uns in gemütlicher Runde zum Lesen von uns noch unbekannten Büchern! Danach Plaudern wir über die Eindrücke und legen so fest, ob wir die Bücher weiterempfehlen können.

Das bringt nicht nur neue Bücher auf die Leseliste sondern auch jede Menge Spass!

Bitte bringt Bücher mit zu diesem Event, die Ihr selbst noch nicht gelesen habt. Sie sollten im weitesten Sinne im Agilen Kontext angesiedelt sein. Da wir wahrscheinlich zwei Buchstrudel machen werden, bitte zwei pro Teilnehmer!

Weitere Infos und Anmeldung über Xing

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Martina Schaub

Back Office / Administration

Ich bin hier für den gesamten administrativen Bereich zuständig und halte damit meinen Kollegen den Rücken frei für deren Arbeit direkt beim Kunden. Ebenso stehe ich für Fragen rund um unsere Trainings, Weiterbildungen oder agilen Coachings gerne zur Verfügung. Schreiben Sie mir oder rufen Sie mich an!

martina.schaub@emendare.de

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Die ScrumUser Group trifft sich am 15.03.2017 um 20:00 Uhr in den Räumlichkeiten der diva-e Netpioneer GmbH in Karlsruhe.

Beginn: 20:00 Uhr
Ende : 22:30 Uhr

Thema des Abends:

Björn ist passionierter Marathon-Läufer. Fabian verbringt seine Freizeit gerne beim Freeclimbing. Während der gemeinsamen Arbeit haben beide festgestellt, dass es erstaunliche Parallelen zwischen Leistungs- und Risikosportarten und der Führung von Teams oder auch Unternehmen gibt.

Auch sehen wir erstaunlich starke Parallelen zwischen Wettkampfvorbereitung und Softwareentwicklungsprojekte. Leider wird nicht ganz so in der Softwareentwicklung gearbeitet, wie es Sportler machen. Beispielsweise:

Ein guter Sprinter sprintet nicht den ganzen Tag
Ein Marathon-Läufer läuft in der Vorbereitung keine Marathon-Distanzen
Ein Kletterer kann keinen Durchstieg proklamieren, wenn er nach der halben Route hängen bleibt.
Wenn man sich auf extreme sportliche Herausforderungen vorbereitet oder hohe Risiken eingeht, muss man lernen, dass intuitives Verhalten oft nicht das beste Mittel ist um unverletzt zu bleiben. Björn und Fabian Parallelen zu Führung und Verhalten in Unternehmen herstellen. Dabei lernen wir, wie Sportler mit Risiko, Ausdauer, Innovation, Vertrauen, Planung, Disziplin und anderen Themen umgehen und was Führungskräfte und Mitarbeiter von modernen Unternehmen daraus lernen können.

In diesem Impulsvortrag werden wir aus unserer persönlichen Erfahrung sowohl aus Sport als auch aus Unternehmen erzählen. Wir werden zeigen wie so manches, was man für sinnvoll und gut hält in Wirklichkeit sehr schadhaft sein kann. Gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeiten wir dann Strategien und Taktiken für den Arbeitsalltag.

Anmeldung und weitere Infos über XING

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Martina Schaub

Back Office / Administration

Ich bin hier für den gesamten administrativen Bereich zuständig und halte damit meinen Kollegen den Rücken frei für deren Arbeit direkt beim Kunden. Ebenso stehe ich für Fragen rund um unsere Trainings, Weiterbildungen oder agilen Coachings gerne zur Verfügung. Schreiben Sie mir oder rufen Sie mich an!

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Wille vor Wohl!?

Gestern Abend haben ich in der ScrumUserGroup Karlsruhe über das Thema „Wille vor Wohl!?“ gesprochen. Inspiriert ist das Thema aus der Arbeit meiner Frau beim Hospizdienst Karlsruhe. Dies ist einer der Grundsätze bei der Begleitung von Menschen. Der Begleiter geht stets zwei Schritte hinter dem Begeleiteten – der begleitete führt. Es ist sein Weg, seine Richtung und sein Tempo. Sein Wille ist relevanter als sein Wohlergehen.

Mich hat diese Haltung an die Grundhaltung eines ScrumMasters seinem Team gegenüber erinnert. Und natürlich auch an Beratungssituationen in denen ich als Certfied Enterprise Coach mit Geschäftsführern oder Managern bin. Der Geschäftsführer hat Gründe warum er einen Weg gehen will. Ich kenne nur einen ganz kleinen Ausschnitt seines Lebens und berate ihn nur zeitweise. Wenn er meine Argumente gehört hat und sich für einen Weg entscheidet den ich für schwierig halte kann ich mich nicht über seinen Willen hinwegsetzen.

Beratungssituationen reflektieren

In der ScrumUserGroup haben wir ein einfach strukuriertes A4 Papier Wille vor Wohl - Reflexionsbogen benutzt, um drei Fallstudien Fallstudie 1 Fallstudie 2 Fallstudie 3 zu machen und die Beratungssituation zu reflektieren. Dabei sind wir auf eine Menge Annahmen gestoßen, die wir innerhalb von Minuten gemacht haben ohne sie zu verifizieren. Das Blatt enthält so elementare Informationen wie

  • Klient – wen bearte ich eigentlich?
  • Auftraggeber – wer hat mich beauftragt?
  • Auftrag – was ist mein Auftrag?
  • Symbole für Augenhöhe – bin ich mit dem Klienten auf Augenhöhe? Oder schaut einer zum anderen herauf?
  • Haltung – mit den Unterpunkten: Wirkung, Emapthie, Bedingungsfreies Akzeptieren und Authentizität
  • Gedanken – welche Gedanken habe ich bei der Reflexion der Beratungssituation?

Überraschenderweise fiel es uns nicht an allen Stellen ganz leicht das auszufüllen. Dabei sollte das für den Berater doch glasklar sein, oder? Wir hatten spannende Gespräche dazu. Das Feedback am Ende des Abends war sehr positiv – offensichtlich kann so eine einfach Visualisierung helfen mehr Klarheit in den beratungsprozess zu bekommen. Ein Gedanke, den wir da auch hatten war: Man könnte das Blatt auch gemeinsam mit dem Klienten ausfüllen, um gemeinsam zu reflektieren. Ich freue mich auf Feedback zu diesem Thema!

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Dr. Jürgen Hoffmann

Agiler Coach

Als Certified Enterprise Coach und Certified Scrum Trainer stelle ich meine Erfahrung gerne in Ihren Dienst. Mehr als 13 Jahre Erfahrung mit agilen Methoden und ein stabiles Wertefundament für Ihren Erfolg!

juergen.hoffmann@emendare.de

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Im Rahmen der Scrum User Group Karlsruhe waren wir zum Thema „Respekt, Timeboxing und Meetingkultur“ im Hause Citrix Online GmbH zusammen gekommen.

Wie versprochen möchte ich an dieser Stelle das Fotoprotokoll nachliefern: Download PDF (11MB)

Danke an alle, die mir Fotos und Rückmeldungen zum Vortrag  zugeschickt haben !

Das Titelfoto ist übrigens von Thomas  Krause.

Ich danke für einen spannenden Abend und freue mich auf weiteren Austausch zu diesem Themenkomplex!

 

Armin

 

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Armin Schubert

Agiler Coach

Nach einigen Jahren in verschiedenen Führungspositionen habe ich 2012 Scrum kennengelernt und arbeite seit dieser Zeit als ScrumMaster und Agile Coach. Seit 2013 bin ich Geschäftsführer der Emendare GmbH&Co. KG und helfe Teams, Produkten und Unternehmen beim Einsatz von agilen Werten und Methoden. Insbesondere auf der Beziehungsebene des Teams sehe ich das größte Potential um positive Kräfte zu entfesseln.

armin.schubert@emendare.de

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Ein spannendes Thema hat Joseph Pelrine bei der letzten Scrum User Group Karlsruhe am 13.07.2016 ausgebreitet.
In den Räumen der synyx GmbH & Co KG ging es um die Frage wie ein Scrum Master ohne formale Autorität trotzdem eine Führungsposition im Team einnehmen kann. Joseph hat die Frage vor dem Hintergund seines Studiums der Psychologie sehr grundsätzlich beleuchtet.
Ein äußerst spannendes Konzept hat er mit der Idee von Rang und der damit verknüpften Macht vorgestellt. Unsere Unternehmenskulturen (die echten, gelebten) wären es wert daraufhin mal unterstucht zu werden. Wir könnten damit in unserem Unternehmen klar machen welche Verhaltensweisen Rang zuweisen und welche Rang erniedrigen. Und glaubt mir – nach dem Vortrag bin ich sicher, dass auch in der flachesten Hierarchie solche Rang Strukturen versteckt sind.
Beispiele wären „Der Besitz bestimmter Informationen könnte Rang zuweisen.“, „Die Fähigkeit bestimmte Entscheidungen fällen zu dürfen könnte Rang zuweisen“, „Die Ausführung bestimmter Arbeiten könnte Rang erniedrigend wirken.“, „Jedes Jahr Firmenzugehörigkeit könnte Rang zuweisen.“ usw.
Die Offenlegung dieser Rang verändernden Handlungsweisen oder Zustände kann in einer Organisation zu einem gesunden Dialog führen welche davon akzeptabel und gewünscht sind und welche nicht. Und auf einmal würde eine jetzt nicht mehr akzeptable Handweise, die früher Rang zugewiesen hat (Extremes Beispiel: Mobbing) auf einmal Rang verringern und wir hätten einen kleinen Hebel um gezielt an unserer gemeinsamen Unternehmenskultur zu arbeiten.
Ich danke hier nochmal ausdrücklich Joseph Pelrine für sein Kommen nach Karlsruhe. Und mein Dank geht auch an die Firma synxy GmbH & Co KG für die Gastfreundschaft und den anschließenden Grillabend!

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Dr. Jürgen Hoffmann

Agiler Coach

Als Certified Enterprise Coach und Certified Scrum Trainer stelle ich meine Erfahrung gerne in Ihren Dienst. Mehr als 13 Jahre Erfahrung mit agilen Methoden und ein stabiles Wertefundament für Ihren Erfolg!

juergen.hoffmann@emendare.de

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