Allgemein

ScrumMaster Ausbildung, nicht nur Prozess, sondern Grundhaltung.

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Tag 1:

Der erste Abend der ScrumMaster Ausbildung. Wir sitzen zu siebt (5 Teilnehmer, inklusive mir, und zwei Trainer) in einem Kreis und lernen uns erst einmal kennen. Jeder stellt sich vor, erzählt ein wenig über den eigenen Werdegang und erklärt, aus welchem Grund man da ist. Zusätzlich werden wir für einen Spaziergang raus geschickt, um in einem anderen Umfeld, ein Umfeld ohne Trainer, Gespräche über unsere Wünsche und Ziele für die Ausbildung zu führen.

Jürgen Hoffmann und Heiko Stapf, bereiten uns auf das Kommende vor. Allgemeine Rahmenbedingungen werden uns erläutert. Wir bekommen ein spezielles Notizbuch gereicht, welches über dynamisch herausnehmbare und wieder einheftbare Seiten verfügt. So können wir unkompliziert Seiten austauschen. Dies soll als „Lerntagebuch“ dienen, indem Lernziele sowie -erfolge festgehalten werden sollen. Auch bei Feedback-Notizen erweist sich dies als sehr hilfreich.

Gemeinsam sprechen wir über unsere Komfort-, Lern- und Panikzonen. Es ist interessant zu sehen, dass jeder Mensch bei irgendeiner Sache die Lichter am liebsten ausschalten möchte, um sich unsichtbar zu machen. Themen, die sonst nicht gerade spontan angesprochen werden, liegen auf dem Tisch und man kann sich aufeinander einstimmen. Denn eines der Ziele der ScrumMaster Ausbildung ist es vor allem, ein „Zusammenwachsen“ der Gruppe herbeizuleiten. Aber dazu später mehr. Was ich als sehr interessant empfinde, sind die Dinge die wir über das Lernen lernen. Um einen Lernprozess zu unterstützen ist zuerst eine positive Grundstimmung Voraussetzung. Hierzu kann unter anderem Schokolade, ja wirklich, Schokolade, einen Beitrag leisten :). Allerdings sollte diese mindestens 70 % Kakaoanteil beinhalten. Wenn ich für mich spreche, bin ich ziemlich glücklich über diese Erkenntnis.

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Tag 2:

Ein paar Stunden später treffen wir um 9 Uhr morgens ein und sind gespannt auf den Tag. An diesem Tag ist so unglaublich viel geschehen, dass ich es nicht schaffe alles in einen Text zu verpacken, deswegen wird es ein paar Sequenzen aus dem Tag geben.

Ein gutes Beispiel ist das Rollenspiel, welches wir auf Grundlage vom Buch „Radical Management von Stephen Denning“, gespielt haben. Mein Partner und ich haben uns eines der insgesamt 7 genannten Grundlagen im Buch ausgesucht. Radical Transparency sollte es sein. Das Besondere an dem Buch ist, dass es agile Vorgehensmodelle erklärt ohne das Wörter wie „Scrum“ oder „agil“ verwendet werden.

Im Zeitfenster von 10 Minuten, bereiten wir uns mithilfe des Buches auf ein Gespräch mit dem Management vor. Das Management weiß nichts über agiles Arbeiten. Deswegen müssen wir vorsichtig vorgehen. Die Fragestellung ist: Warum eigentlich Radical Transparency?

Da sitzen wir nun zu zweit dem „Firmenchef“ gegenüber und versuchen irgendwie agile Wörter zu vermeiden. Das ist nicht leicht. Die Fragen schwierig zu beantworten. Das Gespräch wird zunehmend unangenehmer. Wir verheddern uns in der Konversation und die echte Nervosität ist uns anzumerken. Obwohl uns bewusst ist, dass das ganze in einem fiktiven Raum stattfindet, fühlt es sich echt an.

In solchen Situationen ist es möglich eigene Schwächen und Stärken zu erkennen. Dies liefert einen klaren Blick über die eigenen Fähigkeiten und es fällt einem leichter sich auf das Wesentliche vorzubereiten. Innerhalb der ScrumMaster Ausbildung wird viel Wert auf Feedback gelegt. So geben wir uns gegenseitig stets Feedback, um den bestmöglichen Lernerfolg zu erzielen und gleichzeitig zu lernen, wie Feedback geben überhaupt funktioniert.

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Tag 3:

Am letzten Tag des ersten Blocks sprechen wir nicht mehr viel über den agilen Prozess an sich, sondern nehmen die Rolle des ScrumMasters verstärkt in den Fokus. Was ich an der ScrumMaster Ausbildung übrigens sehr schätze ist, dass es keine einbetonierte Agenda gibt. Die Trainer reagieren auf jeden Teilnehmer und nehmen „Wunschthemen“ ernst. Ganz nach dem Motto „Wo drückt der Schuh?“ wird individuell auf jeden Teilnehmer eingegangen. In diesem Rahmen tauschen wir uns ehrlich miteinander aus – ScrumMaster unter sich – und erkennen, dass wir oft die selben Ängste haben. Den erschaffenen Wert aus diesem Tag zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Was ich über mich sagen kann ist: Ich fühle mich verstanden, in Dingen über die ich sonst nicht gerne spreche. Beispielsweise sprechen wir über die Verantwortung des ScrumMasters das eigene Team zu motivieren. Es fällt die Frage „Wie stehe ich zu der Verantwortung für das Wachstum der anderen?“. Nach langer Diskussion – die Frage ist nicht so einfach zu beantworten – schreibe ich die Antwort in mein Lerntagebuch. So füllen sich die Seiten nach und nach…

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Ich bedanke mich bei jedem Leser. Seid gespannt, im nächsten Blogartikel geht es dann über den Ausbildungsblock „Produkt“.

Eure Andrea, ScrumMaster bei der Emendare GmbH & Co. KG

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