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Toller Vortrag von Simon Sinek – Meine Gedanken

Mein ehemaliger Arbeitskollege und Freund Jochen Lillich hat mich vor mehreren Jahren auf Randy Pauschs Video „The last lecture“ aufmerksam gemacht. Wer das Video ( Randy Pausch Last Lecture: Achieving Your Childhood … – YouTube ) noch nicht gesehen hat, sollte das dringend nachholen. Voller Energie, Überraschungen und Inspiration für den eigenen, vielleicht nicht immer geraden und nach Plan verlaufenden Lebensweg.

Dieses Video hatte mich damals wirklich lange beschäftigt und mit Impulsen versorgt.

Jetzt hat Jochen schon wieder zugeschlagen. In seinem Blog ( http://jochen.lillich.co/) macht er auf einen aktuellen Vortrag von Simon Sinek aufmerksam.

 

 

Simon Sinek spricht hier 30 Minuten über versch. Probleme/Perspektiven der sog. „Millenials“ also den Menschen, die nach 1984 geboren wurden. Und im Zuge dessen beschreibt er sehr viele Punkte, die deutlich Resonanz mit mir haben.

Sehr viele Punkte im Video bestätigen Dinge, die ich in meiner täglichen Arbeit beobachten kann.

  • Ich kann nicht beurteilen ob die Anzahl der Berufsanfänger, die wenig Selbstbewusstsein haben steigt. Aber ich kann sehen, dass diese Unsicherheit und auch die verzerrte Selbstwahrnehmung bei einigen Berufsanfängern in meinen Kundenteams vorhanden sind.
  • Dass in der heutigen Zeit die Sofort-Belohnung zu einem Problem wird, kann ich auch an mir selbst feststellen. Es treffen so viele Informationen und Entscheidungen in kurzer Zeit ein, dass nicht selten die langfristiger angelegten Themen auf der Wartebank versauern müssen… nur um Platz zu machen für Themen die schneller zum kleineren Erfolg führen. Das sich dies auch auf Familie, Alkoholkonsum und Konflikt- und Sozialkompetenz auswirkt ist nicht weiter überraschend. Dies hatte schon Randy Pausch (siehe obiges Video) in seinem Vortrag als „Mauer“ aufgeführt. Manche Dinge müssen schwierig sein, damit sich auch erstrebendwert sind und wir uns daran „reiben“ müssen. Das Beziehungen privater Natur genau wie die erfolgreiche Karriere in einem Team viel Arbeit, Zeit und Energie kosten, ist leider im Zeitalter dieser Sofort-Belohnung nicht mehr transparent und führt zu Job-Unsicherheit, Depression und Motivationsverlust.
  • Leider kommen die Millenials in einer Zeit zu Tage, in der die Umwelt um sie herum extrem schnellebig und sehr auf finanziellen, kurzfristigen Erfolg ausgerichtet ist. Somit kommen haben die Millenials „schlechte Karten“ und wir müssen alle daran arbeiten uns gegenseitig zu helfen.
  • Als kleinen Einschub schildert er „Ghosting“, also das Vorgehen beim Beenden einer Beziehung nicht das Trennungsgespräch zu führen sondern einfach alle Kommunikationskanäle abzubrechen und somit dem finalen Konflikt zu entgehen. Sehr einfach für den, der diese Vorgehensweise wählt und offensichtlich nur noch sehr wenig Konfliktkompetenz aufweist. Sehr schwer für den ehemaligen Partner, der sich sorgt, keinen Abschluss findet und unnötig lang intensiv belastet wird.
  • Er betont sehr deutlich dass Firmeninhaber sich an die alten Verantwortungsmuster erinnern sollten, in der ein Unternehmer nicht nur für den wirtschaftlichen Erfolg der Firma und das eigene Konto verantwortlich war, sondern in der er auch aktiv die Verantwortung für die Mitarbeiter und deren Familien, die Umwelt und die Politik übernahm.
  • Am Schluss benutzt er als Trennungsbild zwei verschiedene Spielweisen. Das Endliche Spiel ist nach bestimmten Bedingungen zu Ende und es kann ein Sieger festgelegt werden. So z.B. Fussball, bei dem nach 90 oder 120 Minuten die Mannschaft als Sieger vom Feld geht, die die meisten Tore geschossen hat. In dieser Spielweise, relativ zum Konkurrenten, werden taktische Entscheidungen getroffen. Beim Endlosen Spiel, welches für die meisten Firmen die passende Perspektive darstellt, geht es weniger um den Vergleich mit dem Konkurrenten sondern mehr um die stetige Verbesserung, kontinuierliches Lernen und die langfristige Nachhaltigkeit in den Entscheidungen. Hier werden strategische Entscheidungen getroffen. Dieses Gedankenbild liegen meines Erachtens sehr nahe am agilen Manifest und der Arbeit der meisten Scrum Teams.
  • Und auch seine Schlussaufforderungen erinnert mich sehr an die Rolle des ScrumMasters: Wenn Ihr ein gesundes, fröhliches und erfolgreiches Leben führen wollt, dann kümmert Euch um die Menschen um Euch herum!

In diesem Vortrag hat Simon Sinek einige Bilder verwendet, die mich wirklich inspiriert haben und ich möchte Euch einladen, dieses Video ebenfalls zu geniessen.

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf den Talk hinweisen, der Simon Sinek fast schon berühmt gemacht hat. Sein fantastischer Talk im Rahmen von TED : „Start with why“ ( https://youtu.be/sioZd3AxmnE )

Bild des Autors

Armin Schubert

Agiler Coach

Nach einigen Jahren in verschiedenen Führungspositionen habe ich 2012 Scrum kennengelernt und arbeite seit dieser Zeit als ScrumMaster und Agile Coach. Seit 2013 bin ich Geschäftsführer der Emendare GmbH&Co. KG und helfe Teams, Produkten und Unternehmen beim Einsatz von agilen Werten und Methoden. Insbesondere auf der Beziehungsebene des Teams sehe ich das größte Potential um positive Kräfte zu entfesseln.

armin.schubert@emendare.de

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