Methoden | SUG Karlsruhe

„Wille vor Wohl!?“ in der Beratung

Wille vor Wohl!?

Gestern Abend haben ich in der ScrumUserGroup Karlsruhe über das Thema „Wille vor Wohl!?“ gesprochen. Inspiriert ist das Thema aus der Arbeit meiner Frau beim Hospizdienst Karlsruhe. Dies ist einer der Grundsätze bei der Begleitung von Menschen. Der Begleiter geht stets zwei Schritte hinter dem Begeleiteten – der begleitete führt. Es ist sein Weg, seine Richtung und sein Tempo. Sein Wille ist relevanter als sein Wohlergehen.

Mich hat diese Haltung an die Grundhaltung eines ScrumMasters seinem Team gegenüber erinnert. Und natürlich auch an Beratungssituationen in denen ich als Certfied Enterprise Coach mit Geschäftsführern oder Managern bin. Der Geschäftsführer hat Gründe warum er einen Weg gehen will. Ich kenne nur einen ganz kleinen Ausschnitt seines Lebens und berate ihn nur zeitweise. Wenn er meine Argumente gehört hat und sich für einen Weg entscheidet den ich für schwierig halte kann ich mich nicht über seinen Willen hinwegsetzen.

Beratungssituationen reflektieren

In der ScrumUserGroup haben wir ein einfach strukuriertes A4 Papier Wille vor Wohl - Reflexionsbogen benutzt, um drei Fallstudien Fallstudie 1 Fallstudie 2 Fallstudie 3 zu machen und die Beratungssituation zu reflektieren. Dabei sind wir auf eine Menge Annahmen gestoßen, die wir innerhalb von Minuten gemacht haben ohne sie zu verifizieren. Das Blatt enthält so elementare Informationen wie

  • Klient – wen bearte ich eigentlich?
  • Auftraggeber – wer hat mich beauftragt?
  • Auftrag – was ist mein Auftrag?
  • Symbole für Augenhöhe – bin ich mit dem Klienten auf Augenhöhe? Oder schaut einer zum anderen herauf?
  • Haltung – mit den Unterpunkten: Wirkung, Emapthie, Bedingungsfreies Akzeptieren und Authentizität
  • Gedanken – welche Gedanken habe ich bei der Reflexion der Beratungssituation?

Überraschenderweise fiel es uns nicht an allen Stellen ganz leicht das auszufüllen. Dabei sollte das für den Berater doch glasklar sein, oder? Wir hatten spannende Gespräche dazu. Das Feedback am Ende des Abends war sehr positiv – offensichtlich kann so eine einfach Visualisierung helfen mehr Klarheit in den beratungsprozess zu bekommen. Ein Gedanke, den wir da auch hatten war: Man könnte das Blatt auch gemeinsam mit dem Klienten ausfüllen, um gemeinsam zu reflektieren. Ich freue mich auf Feedback zu diesem Thema!

Bild des Autors

Dr. Jürgen Hoffmann

Agiler Coach

Als Certified Enterprise Coach und Certified Scrum Trainer stelle ich meine Erfahrung gerne in Ihren Dienst. Mehr als 13 Jahre Erfahrung mit agilen Methoden und ein stabiles Wertefundament für Ihren Erfolg!

juergen.hoffmann@emendare.de

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