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5 kleine Helferlein…

die die Stimmung im Team und die Chance auf Erfolg in der agilen Transformation heben

Der Schlüsselmoment der agilen Transformation

Die Strategie für den Veränderungsprozess hin zu mehr Agilität kann noch so gut sein, an irgendeinem Punkt kommt es zu Veränderungen am Menschen selbst. Das ist der Punkt, an dem wir uns klar werden dürfen, dass diese Veränderungen mit Geduld und Energie versorgt werden müssen, damit sie nachhaltig wirksam sein werden.

Alles agile Knowhow, jede Strategie, das tollste Framework, die intensivste Kundeninteraktion, das tollste Backlog ist zum Scheitern verdammt, wenn die einzelnen Kollegen keinen Raum und keine motivierende Perspektive auf die Veränderung für sich selbst wahrnehmen. Noch immer ist dies eine Komponente, die in vielen Veränderungsprozessen unterschätzt wird.

Woher kommt die Energie für die persönliche Veränderung? Genau, aus den Menschen selbst.

5 kleine Methoden für mehr Positivität 

Damit das leicht fällt und nachhaltig wirkt, habe ich eine Sammlung von Methoden zusammengestellt, die mir in den letzten Teams sehr gute Dienste geleistet haben und es immer noch tun!

1. Check in

Angelehnt an die McCarthy Protokolle (hier nachzulesen) stelle ich zu Beginn jeden Meetings Fragen, die eine positive Antwort erlauben. Damit führe ich die Kollegen am Anfang des Meetings in eine positive Richtung.

  • Welcher war der größte Erfolg im letzten Sprint?
  • Worauf freust Du Dich in dieser Woche ?
  • Welche unserer Stärken bringen wir in diesem Meeting zur Wirkung?
  • Welchen unserer Unternehmenswerte wollen wir in diesem Meeting als Orientierung verwenden und wozu?

Aktuell versuchen die Kollegen sich im Vorhinein passende Antworten auf die Fragen zu finden. Doch leider fragt dieser „böse“ Coach niemals zwei gleiche Fragen hintereinander. Jetzt haben die Teilnehmer „umsonst“ über Positives reflektiert. Das darf immer häufiger Einzug in unser Denken halten.

2. Frageplakate

Ganz ähnlich den Check-In Fragen, nur eine größere Variante davon. Ich hänge FlipCharts in der Etage auf, auf denen Fragen stehen. Ein Stift dazu und schon kann man im Vorbeigehen eine  Nachricht für alle Kollegen teilen.

  • Wofür sollten wir mal „Danke“ sagen?
  • Welche andere Abteilung hat uns diese Woche geholfen?
  • Worauf freust Du Dich gerade?
  • Worauf sind wir stolz?
  • Welche Erfolge haben wir aktuell verzeichnet?

Diese und andere Fragen regen zum Dialog an. Das letzte Plakat führte beim aktuellen Projekt dazu, dass viele Teams ihre aktuellen Erfolge selbst als Plakat ausgehangen haben und die Kollegen die Ergebnisse im Gespräch gefeiert haben. Mehr Wert kann ein einzelnes FlipChart kaum stifte

3. Dankesrunden

Am Ende jeder Retrospektive oder jedes großen Workshops mache ich eine Dankesrunde. Damit schließen wir einen Sprint oder spannenden Tag positiven Rückmeldung ab. Das wiederum startet eine Selbstwirksamkeitsspirale und ist das wirksamste Mittel überhaupt, um Stress abzubauen und Motivation zu entfalten.

Wie man richtig „Danke“ sagt, können Sie gerne einem aktuellen Vortagsvideo von der Agile Bodensee entnehmen. Dort habe ich mit Cosima Laube über Dankbarkeit und Positivität gesprochen. (Da fehlt zum Einstieg ein wichtiger Teil, aber die Anleitung zum Danksagen ist drin!)

Unseren Agile Bodensee Vortrag auf Youtube ansehen

 

4. Persönliche und authentische Wertschätzung 

All diese Methoden würden die Wirkung verfehlen, wenn sie nicht mit Authentizität und persönlicher Emotion ausgeführt würden. Schon der Hinweis „Danke Dir, dass Du heute konzentriert zugehört hast, obwohl es nicht Deiner Meinung zur Projektrichtung entspricht!“ kann für die nahe Zukunft zu deutlich mehr Offenheit und Interesse zu Tage fördern.

Dieser Hinweis mit Ironie, Sarkasmus oder ohne persönlicher Bindung führt meist zu Aggression oder mindestens Abwehrhaltung.

5. Der Grüffelo 

Mein Dankbarkeits-Favorit darf hier natürlich nicht fehlen. Die Anleitungen und Erfolgsgeschichten zum Grüffelo gibt es hier im Blog, natürlich kommt er auch im Methodenteil des oben verlinkten Vortragsvideos vor. Um auch den letzten Zweiflern etwas entgegenzustellen, gibt es dieses Selfie mit ca. 1000 Siemens Mitarbeitern und dem Grüffelo auf LinkedIn. Damit ist klar, dass diese Methode nicht nur auf Teamebene funktioniert, sondern auch in großen Organisationen nachhaltig die Dankbarkeitskultur prägt.