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Merkmale unseres Miteinanders

Wie meeten wir zusammen?

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Wer kennt das nicht? Wir sitzen in einem Meeting und denken uns: „Ohhh je! So, wie wir gerade miteinander umgehen und reden, ohje. So wird das nichts.“

Und nun Hand aufs Herz, wie oft waren wir einfach nur „Bewohner“  der Situation und haben nichts weiter gemacht, als dem Geschehen weiter zuzusehen, als wäre es ein Theater?

Ich glaube, jeder kennt solche Situationen und viele kennen die inneren Impulse zu handeln, aber manchmal veranlasst uns die bestehende Meetingkultur eher zu schweigen.

Doch sind die eigenen Eindrücke so wichtig, denn es liegt auch in der Verantwortung jedes Einzelnen, ineffiziente Kommunikation wahrzunehmen, die Kollegen oder das Team darauf hinzuweisen, um so neuen Handlungsalternativen eine Chance zu geben.

In diesem Beitrag stelle ich ein kleines Werkzeug vor, das dem einen oder anderen Team schon sehr geholfen hat, diese Muster zu durchbrechen und positive Kräfte im Team zu entfesseln.

… und vielleicht hilft es ja auch bei Ihnen?

 

Und so funktioniert die Methode:

  1. Ist-Analyse der Meetingkultur
  2. Bewusstmachen während der Meetings mit Hilfe von rot/grünen Karten

 

Teil 1: Ist-Analyse

Dass Team erarbeitet gemeinsam typische Merkmale unseres Miteinanders.

Dieser Prozess sollte am besten durch einen Moderator begleitet werden.

Ein kleiner Wegweiser für die ersten Schritte:

  • Um welche Meetings geht es?
  • Wann und wie lange wollen wir diese Methode ausprobieren?
  • Wie (woran) würden wir einen Erfolg bemerken?

Nachdem diese essentiellen Fragen geklärt sind, geht es für das Team darum, herauszufinden, was an der Kommunikation bereits gut läuft (+) und was noch nicht so gut läuft (delta). Dazu schreibt jeder Teilnehmer seine Beobachtungen und Erlebnisse auf Post-Its.

Ist die Bestandsaufnahme erledigt, stellen die Teilnehmer ihre einzelnen Punkte vor und ordnen sie den zwei Kategorien zu. In dieser Phase ist es wichtig, dass der Moderator das Team dabei unterstützt, ein Gesamtbild entstehen zu lassen, das für alle stimmig und greifbar ist.

 

Meine Erfahrung zeigt, dass es vielen Teams zu Beginn leichter fällt, wenn man mit konkreten Verhaltensweisen, welche man sehen oder hören kann, beginnt. Später kann das Format auch genutzt werden um „Gefühlte Eindrücke“ zu kommunizieren.  Probieren Sie es einfach aus, es kommt auf das Team an.

Ist das Bild rund, dann ist der Grundstein für das nächste Experiment gelegt.

 

 

Teil 2: Bewusstmachen während der Meetings

Haben sich die Teilnehmer eines Meetings dafür ausgesprochen, die Methode auszuprobieren, bekommt jeder Teilnehmer eine Karte.

  • Jeder Teilnehmer legt bei Beginn des Meetings die Karte vor sich (hoffentlich können sie mit der grünen Seite starten).
  • Solange die Meetings im Sinne der grünen Merkmale geführt werden, bleibt die Karte auf Grün liegen.
  • Hat ein Teilnehmer den Eindruck, dass die Kommunikation aus dem Ruder läuft, wird die eigene Karte gedreht.

Auf der roten Seite der Karten werden nun verschiedene Handlungsimpulse vorgeschlagen.
Wählen Sie eine davon, oder erfinden Sie einfach was neues.

Ab nun lassen Sie sich überraschen, wie Sie und Ihr Team positive Kräfte entfesseln.

 

 

Meine Erfahrung mit der Methode ist sehr positiv.

Auch wenn das ein oder andere Team das Werkzeug gar nicht in Meetings einsetzt, allein die gemeinsame Erarbeitung der Kommunikationskultur ist schon sehr wertstiftend an sich.
Irgendwann wird die Methode vielleicht auch ihren Reiz verlieren, und das ist gut so, denn diese neue Achtsamkeit geht dann oft in eine Art nützliche Gewohnheit über, die es Teams ermöglicht eine Meetingkultur zu erschaffen, in der unliebsames Teamverhalten auf Meta-Ebene besprochen und verbessert werden kann.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen:

Diese Methode setzt ein gewisses, wertschätzendes Miteinander voraus. Die Karten können leider auch als Mittel eingesetzt werden, um andere zu tadeln oder zurechtzuweisen, ähnlich wie bei einer roten Karte im Fußball.
Von so einer Nutzung distanzieren wir uns natürlich, es ist als wertschätzende Methode gedacht, um positive Kräfte zu entfesseln.

 

Haben Sie Interesse an den Karten?
Gerne senden wir Ihnen einen Satz Karten, schreiben Sie uns dazu einfach an.

 

In diesem Sinne: ¡Viva la iteración!

Sven Wurth

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Sven Wurth

Innovations Coach

Bei Themen wie „emotionale Intelligenz“, Motivation, persönliche Weiterentwicklung, Führung und Teams gibt es erstaunlich große Missstände zwischen dem, was man heutzutage weiß und dem, was derzeit gelebt wird.

Ich sehe mich als „Mitarbeiter der Evolution“ und als dieser bin ich Wegbegleiter und Potenzial-Entfalter für ambitionierte Menschen, Teams und Organisationen, die sich weiterentwickeln möchten und verstanden haben, dass Stillstand gleich Rückschritt ist und Mittelmaß nicht gut genug.

Ich will mit Menschen, Teams und Organisationen positive Kräfte entfesseln.

 

sven.wurth@emendare.de

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