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Agilität und Pfadfinder, passt das?

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„Agilität und Pfadfinder, passt das?“
Diese Frage habe ich mir oft gestellt, und nun habe ich die Antworten.
Acht Tage lang war ich als Trainer, Coach und Pfadfinder auf der “Landesschulungswoche”, einer VCP (Verband Christlicher PfadfinderInnnen) internen Veranstaltung, welche Jugendlichen als Fortbildungsmöglichkeit angeboten wird.

Um die Arbeit der bestehenden und zukünftigen Pfadfinder-Stammesleitungen zu unterstützen, boten wir in der Vergangenheit einen Kurs an, der die Jugendlichen auf ihre Herausforderungen in der Stammes- und Projektarbeit anhand einer sehr abgespeckten, klassischen Projektmethode vorbereiten sollte.

Ein Feedback, welches wir nach dem Kurs oft bekommen haben:

„Toller Kurs, viel Drumherum, war sehr hilfreich, aber das mit dem Projektmanagement ist irgendwie für die Art und Weise wie wir arbeiten nicht realistisch. „

„Wir machen keine Projektpläne und fixe Meilensteine, so arbeiten wir nicht und das ist künstlich und bringt uns nichts.”

Aufgrund dieser immer wiederkehrenden Rückmeldungen haben wir den Kurs komplett überarbeitet und bieten nun agile Projektmethoden zur Unterstützung an.  Das Team sollte befähigt werden und selbst eine Vision finden, sowie Ideen sammeln und umsetzten. Das war die Idee, welche nun über Ostern in einer Woche durchgeführt wurde.

Dieses Jahr haben wir ihnen nun Scrum4Scouts an die Hand gegeben, welches schneller verstanden werden konnte und sofort umsetzbar war. Schon nach zwei Tagen waren die Teilnehmer ein Team, hatten eine Vision und eine Idee, was sie machen wollten.
Unser Kursziel war es den Teilnehmern maximale Freiheit in dem zu bieten, was sie tun möchten.
Bisher führten wir einen Öffentlichkeitsstand in einer naheliegenden Stadt durch und reflektierten diesen am Schluss, aber für dieses Jahr war uns das ein Dorn im Auge. Wir wollten dem Team keinerlei Vorgaben machen und sie durften sich komplett selbständig ein Projekt aussuchen. Die einzige Vorgabe war es, dass wir in Interaktionen arbeiten, nicht eine Woche lang einen Öffentlichkeitsstand planen und dann grandios scheitern (Wasserfall).

Und wir haben nicht schlecht gestaunt als uns Teamern verkündet wurde, dass dieses Jahr ein Podcast zum Thema “Nachhaltigkeit” produziert werden sollte.  Das war die ultimative Probe, ob unser neues Konzept funktioniert oder nicht.

 

Und wie ist es gelaufen?

Die Art, wie Pfadfinder denken und handeln, ist sehr kompatibel mit den agilen Werten und agilen Frameworks wie Scrum. Pfadfinder leben schon immer nach dem Grundsatz “learning by doing” und haben eine sehr gesunde und reife Fehlerkultur. Mit Scrum haben wir ihnen nun ein Rahmenwerk an die Hand gegeben, welches schnell verstanden wurde und sofort umsetzbar war.
Und so ist innerhalb kürzester Zeit ein ermächtigtes, selbstorganisiertes Team entstanden.
Das Team hat gelernt, seine Vision gefunden und ist dann nahezu selbständig losgezogen.
Es war beeindruckend, wir haben positive Kräfte entfesselt und ich konnte die Magie von Scrum erleben.
Das erste Experiment ist voll gelungen.

 

Und sie haben unsere Erwartungen übertroffen.  Ein toller Podcast ist entstanden und wurde veröffentlicht.

  Und sie haben es geschafft!              „Das Wegwerfen unseres Planeten“

 

Was ich persönlich daraus lernen konnte?

Agilität und Pfadfinder, das passt genial! Wenn Menschen sich nur für eine gemeinsame Sache verbünden und für eine gemeinsame Vision stehen, dann entsteht eine unglaubliche Motivation.  Diese Arbeit mit Freiwilligen, die sogar Geld dafür bezahlen, entfesselt so viele positiven Kräfte, dass es für meine Arbeit als Coach / ScrumMaster immer wieder eine Orientierung und Kraftquelle ist.  Hier sehe ich, wie das Leuchten in den Augen aussieht, hier erlebe ich passionierte Teams und hier lerne ich, wie es sein kann, wenn es richtig rund läuft.

 

Gut Pfad
Sven

 

 

 

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Sven Wurth

Innovations Coach

Bei Themen wie „emotionale Intelligenz“, Motivation, persönliche Weiterentwicklung, Führung und Teams gibt es erstaunlich große Missstände zwischen dem, was man heutzutage weiß und dem, was derzeit gelebt wird.

Ich sehe mich als „Mitarbeiter der Evolution“ und als dieser bin ich Wegbegleiter und Potenzial-Entfalter für ambitionierte Menschen, Teams und Organisationen, die sich weiterentwickeln möchten und verstanden haben, dass Stillstand gleich Rückschritt ist und Mittelmaß nicht gut genug.

Ich will mit Menschen, Teams und Organisationen positive Kräfte entfesseln.

 

sven.wurth@emendare.de

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