Agile Brainfood

Team Work

Gemeinsam lernen

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Letzte Woche war ich mit meinen Kollegen Daniel und Veit auf der Play4agile in Rückersbach. Ich habe dort nicht nur eine Menge fantastischer Leute kennengelernt, sondern von dort auch einige neue Methoden mitgebracht, wie man erfahrungsorientiert bzw. spielerisch mit seinen Teams lernen kann.

Angereist bin ich unter anderem mit 5 Gesellschaftsspielen (siehe Bild), die ich eigentlich zur Freizeitbeschäftigung nach dem Tagesprogramm dabei hatte.

Infiziert vom Spiele-Virus der Un-Konferenz, habe ich dann spontan eine Session zu dem Spiel Team Workangeboten. Ziel war herauszufinden, wie man das Spiel mit Teams einsetzen kann, um sie in Ihrer Entwicklung weiter voran zu bringen. Wie immer bei einem Open Space stieg dann kurz vor der Session die Spannung. Es ist der letzte Slot der Veranstaltung, haben die Leute noch genug Energie? Kommt überhaupt jemand? Zu meiner großen Freude wurden alle Fragen mit Ja beantwortet (secret learning: Bei Open Spaces mutig sein, das klappt schon!!).

Die Regeln:
Zuerst habe ich den Teilnehmern das Spiel vorgestellt. Jede Karte enthält 6 nummerierte Begriffe. Das Tolle an den Karten ist, das sie auf deutsch, englisch, französisch und italienisch beschriftet sind. Eine Person die nicht erklärt und im Team der „Ratenden“ ist, nennt einfach eine Zahl zwischen 1-6. Zwei Leute sind für eine Runde das Erklär-Team ziehen eine Karte und müssen in einem Satz den Begriff mit der genannten Nummer erklären. Dabei darf der Begriff, um den es geht, natürlich nicht selbst verwendet werden. Und damit es nicht ganz so einfach ist, darf jeder immer nur ein Wort sagen und seine Teammitglied muss den Satz dann weiter ausformulieren. Das Gesellschaftsspiel vergibt Punkte für Erfolg und Misserfolg. Wir haben uns allerdings dagegen entschieden, das Punkte zählen in den Mittelpunkt zu rücken. Sobald der Begriff erraten ist, wechselt eine der erklärenden Personen ins andere Team und umgekehrt. Danach geht es von vorne los.

Let’s Hack it

Nach ein paar Runden waren die Spielprinzipien klar und wir haben überlegt, wie wir das Spiel auf unseren Alltag übertragen können. Ausgestattet mit Karteikarten und Stiften haben wir ein kurzes Brainstorming, jeder für sich, gemacht. Es wurden Begriffe notiert, die mit unserer Arbeit als Agilisten zu tun haben.

Für die nächsten Spielrunden waren diese unsere neuen Begriffe. Wir haben wieder eine Weile gespielt, um herauszufinden, wie dies das Spiel verändert. Der Spaß ist geblieben (Ein Glück 😉 ) und wir haben einiges darüber gelernt, dass nicht jeder gleich tickt.

Die letzten Minuten der Session haben wir dann genutzt, um unsere Erfahrungen zusammenzutragen und abzuleiten in welchen Situationen diese Übung eingesetzt werden könnte.

Was haben wir gelernt?

  • Sowohl das Original als auch die angepasste Variante können mit Teams eingesetzt werden je nach Kontext
  • Lasst es passieren, man kann den Satz nicht planen
  • Reagiert auf die Veränderung, die euer Mitspieler in den Satz einbringt
  • Vorgefertigte Karten sind nicht nötig, erstellt sie gemeinsam mit eurem Team
  • Unterstütze deine Mitspieler wenn sie feststecken – unterbrecht kurz, macht ein „daily“ und findet gemeinsam heraus, welches Wort er oder sie gerade braucht
  • Sackgassen sind Anknüpfungspunkte für spätere Diskussionen im Team
  • Nur das gesamte Team sollte Punkte erzielen können (wenn man unbedingt Punkte zählen will)

Wo kann die Methode eingesetzt werden?

  • In der Opening oder Closing Phase einer Retrospektive
  • Als Energizer in Workshops (dann evtl. doch mit vorher geschriebenen Karten, es soll ja schnell gehen)
  • Bei kontext-spezifischem Brainstorming
  • Beim Klären von Problemen, Missverständnissen bzw. Unklarheiten.

Ich bin mir sicher, es gibt noch mehr Dinge, die wir in Zukunft durch diese Methode und über Ihre Einsatzmöglichkeiten lernen werden. Für eine 45 Minuten Session bin ich aber mit dem ersten Ergebnis sehr zufrieden und freue mich drauf, die Methode bald in einem Team auszuprobieren.

Solltet ihr jetzt angefixt sein und die Methode einsetzen, lasst mich gerne Wissen wie es gelaufen ist und was es mit euch und euren Teams gemacht hat. Gerne auch die Kommentarfunktion dazu nutzen.

 

Play on

Euer Jan

 

 

 

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Jan Neudecker

Agile Coach

Seit 2011 brenne ich für agile Methoden. Gerne teile ich meine Erfahrung und mein Wissen, um Sie und Ihre Teams beim agilen Arbeiten nachhaltig zu unterstützen.
Mein Ziel ist es, mit Ihnen gemeinsam ein Umfeld zu schaffen, in dem mit Begeisterung daran gearbeitet wird, das Richtige zu entwickeln und in kurzen Zyklen und hoher Qualität zu liefern.

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