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Scrum Begriffe kurz und leicht verständlich erklärt

Scrum hier, Scrum dort! Alle reden über Scrum, und das nicht ohne Grund. Das agile Rahmenwerk findet zunehmend Einsatz in den unterschiedlichsten Bereichen. Der Grund: Scrum ermöglicht es Teams mithilfe einfacher Strukturen, komplexe Probleme anzugehen und zu lösen. Hierfür legt Scrum Verantwortlichkeiten , Events und Artefakte fest. 

Doch was steckt dahinter? In diesem Glossar erhältst du einen kleinen, aber feinen Überblick über die wichtigsten Begriffe des Rahmenwerks. Ganz aktuell (Stand 2020) und verständlich, sodass das Kaffeepausengespräch klappt.

1. Was ist Scrum?

Scrum ist ein leichtgewichtiges Rahmenwerk, dass Menschen, Teams und Organisation dabei unterstützt, iterativ und inkrementell wertschöpfende Lösungen (z.B. Produkte) für komplexe Probleme zu entwickeln.

Im Kern setzt Scrum auf Empirie, d. h. Scrum nutzt einen iterativen (sich wiederholend) und inkrementellen (aufeinander aufbauend) Ansatz um kontinuierlich die Lösung und die Zusammenarbeit zu verbessern. Dabei sind folgende drei Begriffe zentral:

1.1 Transparenz

Scrum macht die Vorgänge und Entscheidungen in einer Organisation sichtbar. Diese Sichtbarkeit erlaubt der Organisation eine regelmäßige Überprüfung.

1.2 Überprüfung (Inspect)

Scrum ermöglicht die regelmäßige und zeitnahe Überprüfung der Verbesserungen (Lösung und Zusammenarbeit). Aufgrund dieser Überprüfungspunkte kann die Organisation Anpassungen vornehmen.

1.3 Anpassung (Adapt)

Scrum liefert mit seinen Events, Artefakten und Verantwortlichkeiten eine effektive Möglichkeit erkannte Verbesserungspotentiale durch entsprechende Anpassungen umzusetzen.

1.4 Scrum Werte

Scrum fördert und fordert folgende fünf Werte für eine erfolgreiche Zusammenarbeit: Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt und Mut.

Die Werte helfen dem Scrum Team bessere Entscheidungen zu treffen, sie schaffen Vertrauen und machen Scrum lebendig.

2. Das Scrum Team und dessen Rollen im Überblick

Innerhalb eines Scrum Teams existieren insgesamt drei Verantwortlichkeiten. Alle Teammitglieder arbeiten auf Augenhöhe und verfolgen ein gemeinsames Ziel, das Produkt-Ziel. Zu den Verantwortlichkeiten gehören der:die Scrum Master:in, der:die Product Owner:in und der:die Developer:in. In den folgenden Abschnitten erfährst du Genaueres über diese drei Verantwortlichkeiten und deren Aufgaben im Team.

2.1 Der:Die Scrum Master:in

Der Scrum Master – der Servant Leader. Er ist für die korrekte Einführung von Scrum zuständig. Theoretisch und praktisch – der Scrum Master sorgt dafür, dass alle das Rahmenwerk verstehen und bestmöglich einsetzen. Er hilft dem Scrum Team, die richtige Geschwindigkeit und den richtigen Rahmen für die gemeinsame Zielerreichung zu finden. Mal bremst er den Product Owner, um den Fokus auf die Qualität zu lenken. Ein anderes Mal spornt er die Entwickler an, die Kundenwünsche früher zu erreichen. Er bietet neben Scrum-, und Moderationswissen eine neutrale Perspektive im Team an, um Konflikte zu lösen.
Er ist verantwortlich dafür, Hindernisse, sogenannte Impediments, zu beseitigen und gewährleistet damit einen reibungslosen Arbeitsablauf und eine produktive Arbeitsweise. Sein Ziel ist es, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess mithilfe seiner Methoden und Perspektiven zu begleiten. Nützliche Tipps zur Rolle des Scrum Masters findest Du hier: Coachingfragen für Scrum Master.

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2.2 Der:Die Product Owner:in

Die Product Ownerinträgt die Verantwortung, dass das Entwicklungsteam den größtmöglichen Wert für die Kunden und Nutzer liefert. Dies wird durch die Sortierung des Product Backlogs, ein zentrales Werkzeug, sichtbar. Sie trägt die wirtschaftliche Verantwortung. Daher ist es für sie wichtig, das Product Backlog so transparent und verständlich wie möglich zu halten.

Sie steht im dauerhaften Austausch und engen Kontakt zum Kunden, Nutzer und Stakeholder. Sie begeistert die Beteiligten für das “Inspect & Adapt” Vorgehen und hilft mit erkenntnisreichen Experimenten herauszufinden, was die besten Lösung für die Kunden-Probleme  sind. Mehr zum Mindset des Product Owners könnt in in unserem Artikel zu Projekt- vs. Produkt-Mindset lesen.

2.3 Der:Die Developer:in

Die Developer besitzen alle Kompetenzen, die für die Weiterentwicklung des Produkts notwendig sind. Jedes Mitglied entscheidet selbst, welche Arbeiten es macht – das große Ganze aus der Vision und das Sprintziel immer im Blick. Deren Aufgabe besteht darin, nach jedem Sprint ein nutzbares Inkrement auszuliefern, welches qualitativ der Definition of Donegenügt. Die Developer sind für das sogenannte Sprint Backlog verantwortlich und stehen im ständigen Austausch mit dem Product Owner. ,,Teamwork makes the dream work“ lautet die Devise, weshalb teambildende Aktivitäten oder Spiele wie z. B. Team Work oder Magic Maze, für eine optimale Zusammenarbeit von unschätzbarem Wert sind.


3. Die Scrum Events im Überblick

Die Scrum Events schaffen Transparenz und Regelmäßigkeit innerhalb des Scrum Teams. Um einen besseren Eindruck zu erhalten, hier eine kurze Erklärung der fünf offiziellen Scrum Events.

3.1 Der Sprint

Ein Sprint umfasst eine feste Zeitspanne von meist zwei bis vier Wochen und beschreibt  den Zeitraum, in welchem es um die konkrete Umsetzung der Idee geht. Dieser festgelegte Zeitraum stellt das fokussierte Arbeiten im Team sicher. Der Begriff „Sprint“ ist ein wenig irreführend, weil man damit sehr kurze, wenig nachhaltige Lastspitzen verbindet. Im „agilen Sprint“ sind kurze, erreichbare und sinnstiftende Zieletappen gemeint, d.h. das Team legt zu Beginn fest, welche Wirkung beim Kunden gestiftet werden soll und arbeitet auf dieses Ziel hin.

3.2 Das Sprint Planning

Im Sprint Planning erarbeitet das Scrum Team eine gemeinsame Sicht auf den nächsten Sprint . Das Sprint Planning behandelt 3 Themen:

  1. Wofür? Das Scrum Team legt gemeinsam fest, welche Dinge für den Kunden wichtig sind und formulliert gemeinsam mit der Product Ownerin das Sprint Ziel.
  2. Was?Anschließend wählen die Entwickler die entsprechenden Einträge aus dem Product Backlog aus.
  3. Wie? Die Developer entscheiden, wie sie aus den Einträgen, nutzbare Incremente erarbeiten können. Hierfür werden verschiedene Lösungsansätze diskutiert.

Das Sprint Planning dauert maximal acht Stunden.

3.3 Das Daily Scrum

Das Daily Scrum Meeting ist ein tägliches, maximal 15-minütiges Zusammentreffen der Developerinnen des Teams und dient der Synchronisation der Devloperinnen. Die Scrum Masterin und/oder die Product Ownerin nehmen bei Bedarf an diesem Event teil. Sinn des Daily Scrum Meetings ist es, den Fortschritt der letzten 24 Stunden abzugleichen und das weitere Vorgehen der nächsten 24 Stunden bezüglich des Sprint Ziels zu planen. Das Ziel: Mehr Fokus, eine verbesserte Kommunikation und die Möglichkeit Hindernisse frühzeitig zu erkennen

3.4 Das Sprint Review

Im Sprint Review zeigt das Scrum Team das Product Inkrement des aktuellen Sprints mit dem Ziel, Feedback von den Stakeholdern, Kunden und Nutzern zu bekommen.

Das Sprint Review dauert maximal vier Stunden und ist das Ereignis mit der meisten Kundeninteraktion. Hier wird den wichtigsten Stakeholdern das aktuelle Inkrement präsentiert. Außerdem können sie aktiv mit den neuen Features interagieren. Im Anschluss werden die neuen Fortschritte diskutiert und der Kunde gibt Rückmeldung. Gemeinsam wird dann das weitere Vorgehen geplant. Das Sprint Review bietet eine gute Möglichkeit für den Kunden das Scrum Team, deren Arbeit und Vorgehensweise besser kennenzulernen. Es ermöglicht dem Scrum Team, die Anforderungen des Kunden besser zu verstehen. Insgesamt ein hilfreicher Austausch, der Klarheit und Begeisterung bringt.

3.5 Die Sprint Retrospektive

Aus Fehlern lernt man – daran orientiert sich das letzte Event, die Sprint Retrospektive. In dieser wird der Verlauf des letzten Sprints bezüglich Zusammenarbeit, Kommunikation und dem allgemeinen Prozess reflektiert und genauer unter die Lupe genommen. Der Scrum Master hilft dem Team mit einer Außenperspektive und fördert den Austausch mit offenen Fragen. Welche Probleme sind während des Sprints aufgetreten und wie wurden diese gelöst? Welche Probleme konnten nicht gelöst werden? Und was ist besonders gut gelaufen? Fragen wie diese sollen während des Events beantwortet werden, um die hilfreichsten Veränderungen zu identifizieren und direkt in den nächsten Sprint zu integrieren. Dies erhöht die Effektivität und Qualität der Zusammenarbeit des Scrum Teams. Ein paar Beispiele, wie Ihr wirksame Retrospektiven gestalten könnt: Tipps zur Retrospektivenplanung, Wirksame Retrospektiven remote durchführen und die Feedback-Retrospektive.


4. Die Scrum Artefakte und deren Commitments im Überblick

Das Rahmenwerk Scrum beinhaltet drei Artefakte mit jeweils einem Commitment:  Das Product Backlog, das Sprint Backlog und das Produkt Inkrement. Sie sorgen für Transparenz und schaffen eine Übersicht über die Arbeit. Die dazugehörigen Commitments helfen dem Team, sich zu fokussieren und zu klären, was Commitment (= Scrum Wert ,,Selbstverpflichtung“) bedeutet.

4.1 Das Product Backlog und das Produkt-Ziel

Das Product Backlog ist die priorisierte Liste der nächsten Dinge, welche die Developer:innen zur Steigerung des Kundennutzens behandeln werden.
Während des Product Backlog Refinements, werden Product Backlog Einträge von anfänglichen groben Ideen oder Problembeschreibungen mit Informationen angereichert, besser verstanden und oft in kleinere Einheiten zerlegt. Hier werden die Anforderungen gesammelt und ein tieferes Verständnis über die zu lieferenden Inkremente geschaffen.Hauptverantwortlicher für die Pflege und Sortierung des Product Backlogs, ist die Product Ownerin. Diese bindet aber die Entwicklerinnen und Stakeholderinnen in die Ausarbeitung des Product Backlogs ein.

Das Produkt-Ziel

Das Produkt-Ziel ist das Commitment des Product Backlogs. Es ist das langfristige Ziel des Scrum Teams und dient zur Orientierung.

4.2 Das Sprint Backlog und das Sprint-Ziel

Das Sprint Backlog beschreibt die Vorgehensweise mit der das Entwicklungsteam das Sprintziel des aktuellen Sprints erreichen möchte. Es entsteht im Sprint Planning und wird i. d. R. an einem  Taskboard visualisiert. Damit kann im Daily Scrum immer der aktuellste Stand besprochen werden. Es liefert den Developerinnen einen genauen Überblick darüber, was diese während des Sprints erarbeiten möchten.

Das Sprint-Ziel

Das Sprint-Ziel ist das Commitment des Sprint Backlog. Das Sprint-Ziel definiert den Fokus für den Sprint. Die Product Ownerin und die Entwickler legen damit fest, was die zentralen Ergebnisse des Sprints sein werden.

4.3 Das Increment und die Definition of Done

Ein Increment bildet das verwendbare Endprodukt eines Sprints, welches immer die vorherigen Incremente ergänzt. Es beschreibt also jene Produktveränderung, die durch die Developer in einem Sprint geleistet werden konnte, um dem Produkt-Ziel einen Schritt näher zu kommen.

Definition of Done

Um die gemeinsamen Erwartungen an die erforderliche Qualität eines Increments kontinuierlich zu erfüllen, nutzen Scrum Teams die Definition of Done. Diese stellt das Commitment des Increments dar. Nur wenn ein Product Backlog Beitrag und das daraus resultierende Increment die Definiton of Done erfüllt, entsteht ein fertiges Increment.

5. Häufig benutzte Begriffe im Scrum-Kontext

5.1 Die Produktvision

… Artikel zur Produktvision.

5.2 Was ist ein Impediment?

Ein Impediment ist alles, was ein Team oder eine Organisation daran hindert, mehr Wert zu liefern.

Übersetzt steht ein Impediment also für alles, was nicht ideal läuft, was nervt, was langsam macht, was sich schlichtweg anfühlt wie Sand im Getriebe. Hierdurch kann es zu Komplikationen bei der Ausführung der jeweiligen Ziele kommen. Für die Beseitigung dieser ist vor allem der Scrum Master zuständig. Er kümmert sich um einen reibungslosen Ablauf und ist dementsprechend für aufkommende Impediments zuständig.

Beispiele für Impediments:

  • Das Backlog ist nicht für alle zugänglich
  • Die Tests sind nicht automatisch ausführbar
  • Die Kaffeemaschine ist kaputt
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